Ausrüstung
[Rucksack] [Klamotten] [Zelt] [Schlafen] [Kochen] [Pflegen und Waschen] [Unterhaltung] [Sonstiges]
Welche Utensilien für eine Rucksackreise nun wirklich notwendig sind, darüber scheiden sich die Geister. Nach unserem Ermessen sind zumindest die hervorgehobenen Gegenstände unverzichtbar.
InterRailers "best friend": der Rucksack
... weil Koffer, Reisetaschen oder voluminöse Seesäcke
jedes Umsteigen und Stadtstreichen zur Qual werden lassen! Die
schwersten Sachen weder zu hoch, noch zu tief verstauen, am besten
gleich hinter dem Rücken. Ob der Rucksack nun mit oder ohne
Gestell besser geeignet ist, muß jeder für sich herausfinden.
In Zugkorridoren, beim Ein- und Aussteigen usw. bleibt man jedenfalls
mit Gestell leichter hängen, außerdem werden sie heute
kaum noch produziert.
Fest integrierte oder angehängte Außentaschen sind
zwar sehr praktisch, eignen sich unverschlossen aber wunderbar
dazu, bemopst zu werden.
Unserer
Meinung nach muß es nicht gleich der teure aus dem Trekkingladen
sein. Um zu testen, ob einem das Reisen mit dem Rucksack überhaupt
liegt, kann man sich einen solchen für ein paar Wochen ausleihen.
Einige Outdoor-Geschäfte bieten diesen Service an.
Andererseits ist auch das ein oder andere preiswerte Modelle zu
empfehlen, wenn es gut verarbeitet wurde und den Test beim Probetragen
besteht. Für wenige Wochen im Jahr ist man mit Angeboten
ab 75 Euro durchaus gut bedient.
Wer jedoch auf der Tour lange Wanderungen mit Gepäck unternehmen
will und auch für die Zukunft ausgedehnte Rucksackreisen
plant, sollte auf Billigprodukte verzichten.
Darüber
hinaus ist ein zusätzlicher kleiner Rucksack (auch "Daypack"
genannt) im Zug, bei Stadtrundgängen oder am Strand sehr
nützlich.
Wichtig: die richtigen Klamotten
Wichtig
für die Klamottenfrage sind: Reiseziel, Jahreszeit und sportliche
Ambitionen. Alles andere ergibt sich dann von selbst. Liegt alles
hübsch ordentlich beisammen, kann man erfahrungsgemäß
gut die Hälfte wieder in den Schrank räumen: schließlich
hat man das Zeug wochenlang mit sich herumzuschleppen. Lieber
eine Tube Waschmittel und eine Wäscheleine für die Waschbecken-Schnellwäsche
zwischendurch einstecken.
Ein warmer Pulli, eine lange Hose und Regencape
sollten auch im Sommer nicht fehlen, egal wohin die Reise geht.
Wir haben jedenfalls schon Anfang August an Portugals Sonnenküste
erbärmlich gebibbert und auch auf Fähren, in klimatisierten
Großraumwagen oder im Gebirge kann es unangenehm kühl
werden.
Neben einem Paar Schuhe (Sandalen oder leichte Stoffschuhe) sollte man Badelatschen nicht vergessen (für den Strand und die Duschen in der Jugendherberge). Naturfreaks sollten über das Mitnehmen von festen Wanderschuhen nachdenken.
Gerne vergessen wird die Badebekleidung und eine Kopfbedeckung gegen die erbarmungslose Sonne im Süden.
Perfektionisten aufgepaßt: hier [www.wetteronline.de] lassen sich die aktuellen Wasser- und Lufttemperaturen sowie Wetterprognosen für die kommenden Tage weltweit abrufen!
Transportable Bleibe: das Zelt
Wieder so eine Gewissensfrage: wiegt die größere Unabhängigkeit das zusätzliche Gewicht wirklich auf?
Erstens: gerade in Südeuropa
ist im Sommer selten mit Regen zu rechnen, der im Vergleich zur
JH billigere Campingplatz also auch ohne Zelt ein guter Einfall.
Zweitens: besonders InterRailer haben
"Mischformen" des Übernachtens entwickelt, sie
schlafen im Zug, in Jugendherbergen oder privaten Hostels, vor
dem Bahnhof, in freier Wildbahn oder sie machen ganz einfach durch,
um sich am nächsten Tag im Schatten der Parkbäume zu
erholen - ganz ohne Zelt.
Drittens: die meisten Zelte erschweren
den Rucksack nicht nur gewichtsmäßig. Sie reduzieren
auch die Wendigkeit seines Trägers in überfüllten
Bahnhofshallen oder engen Zuggängen fast auf den Nullpunkt.
Andererseits: wer zwar auf Privatzimmer, nicht aber ab und zu auf Privatsphäre verzichten will, der hätte die letzten Zeilen getrost überspringen können. Ein Außenzelt ist nur in den Regenmonaten oder in den nordeuropäischen Ländern sinnvoll, auch als Blendschutz gegen die Mitternachtssonne.
Was ist dem gesunden Schlaf dienlich?
Der
Schlafsack als Teil der Grundausstattung bedarf wohl keines
Kommentars. Er sollte möglichst wenig wiegen und gut wärmen
bzw. temperaturausgleichend wirken. Für den Süden reicht
eine dünne bzw. preiswerte Ausführung, denn dort braucht
man einfach keinen der bis minus 20 Grad warm hält.
Ein Bettbezug (oder -laken) eignet sich als dünne Decke und/oder
als Innenschlafsack.
Ein Kissen ist eigentlich nicht notwendig, höchstens eines
zum aufblasen.
Auch
die Isomatte darf nicht fehlen (für Strand, Zug und
Campingplatz). Selbstaufblasende, doppelinpregnierte und federvermuffte
Matten sind purer Luxus und wenn sie Löcher haben, darf man
erst mal flicken.
Eine Unterlage aus Kunststoff (zum Beispiel ein Bundeswehr-Poncho)
verhindert den direkten Kontakt mit einer feuchten Wiese und kann
auch als "Notzelt" dienen.
Der Wecker ist selbst am Strand unerläßlich, wenn man am nächsten Morgen einen Zug erwischen will.
Eine kleine Taschenlampe ist immer sehr hilfreich.
Schont die Reisekasse: selber kochen
Die Kochausrüstung bürdet dem armen Rücken zwar nicht allzuviel an zusätzlichem Gewicht auf, wohl aber dem Rucksack an Volumen. Dafür entlastet sie die Reisekasse je nach Zielregion erheblich. Viele Jugendherbergen und Zeltplätze sind zudem auf Selbstverpfleger eingestellt, so daß man sich den Kocher sogar sparen kann. Alle anderen Utensilien sind immer und überall nützlich:
Es
gibt eine Vielzahl an Kochern, die mit Gas, Spiritus oder Benzin
betrieben werden. Dem Einsteiger sei ein normaler Gaskocher
ans Herz gelegt, da dieser nicht teuer ist und seinen Zweck zufriedenstellend
erfüllt. Modelle, bei denen man die Kartusche nach dem Kochen
wieder abschrauben und somit unbedenklich im Rucksack verstauen
kann, kosten nur ein paar Euro mehr.
Auch eine Ersatz-Kartusche sollte man dabei haben, denn
leer sind sie meistens, wenn man gerade an einem einsamen Strand
kochen will.
Ein großer und ein kleiner Topf erleichtern das Zubereiten des Interrail-Standard-Menus: Nudeln mit Soße. Besteck und Teller (aus Blech oder Plastik) helfen beim Essen. Feuerzeug nicht vergessen!
Außerdem sollte man ein Taschenmesser mitnehmen. Praktisch ist der häufig integrierte Dosenöffner und (bei der etwas breiteren Version) der Korkenzieher.
Ein kleines Plastikfläschchen (in Drogerien zu bekommen) mit Öl und ein paar Gewürze machen auch das langweiligste Risotto genießbar. Um nicht zehn kleine Döschen mit verschiedenen Gewürzen einzupacken, gibt es in Outdoor-Läden einen speziellen Behälter mit sechs bis acht kleinen Fächern zu kaufen.
Um alles wieder sauber zu bekommen verzichtet man nicht auf ein kleines Fläschchen Spülmittel (selbstverständlich kann auch Duschgel aushelfen), eine Spülbürste (trocknet schneller als ein Schwamm) und ein Geschirrtuch (v. a. letzteres hört sich im ersten Moment total überflüssig an, ist aber zu empfehlen, denn wer will schon Essensgeruch an seinem Badehandtuch haben).
Sehr praktisch ist auch ein Wasserbeutel (gibt´s im Trekkingladen). Mit ihm kann man an die entlegensten Flecken ein paar Liter Wasser mitführen, um später zu kochen oder um nicht zu verdursten.
Eine
Metallflasche ist eher unwichtig, da im europäischen Ausland
die meisten Getränke leider immer noch in Einwegbehältern
verkauft werden.
Wer auf seinen selbstzubereiteten Morgenkaffee nicht verzichten
will, sollte an einen Becher denken.
Pflegen und Waschen: Mindeststandard wahren
Der
Kulturbeutel ist ja bei jeder Reise dabei. Über den
Inhalt einer solchen Tasche muß man wohl nicht viel sagen.
Statt Seife, Duschgel und Shampoo mitzuschleppen, kann man sich
vier Wochen lang Haare und Hände auch mal mit nur einem Mittel
waschen.
Unverzichtbar ist jedoch die Sonnencreme.
Eigentlich reicht ein Handtuch. Wer sich allerdings am Strand auf ein solches legen möchte, sollte vielleicht zwei mitnehmen (besser kleine, das ist platzsparender).
Sehr nützlich ist auch Waschmittel aus der Tube für die schnelle Handwäsche im Waschbecken. Zwei bis drei Meter Schnur und ein paar Wäscheklammern beschleunigen den Trockenvorgang.
Ein paar Blatt Klopapier nicht vergessen (fehlt immer dann, wenn man es dringend benötigt).
Unterhaltung
Der Walk- oder Discman läßt auch die anstrengenste Nachtfahrt erträglich werden. Weltempfänger sind eine lustige Sache und verhindern den Nachrichtenschock bei der Rückkehr. Batterien nicht vergessen!
Außerdem sind Bücher, Karten-, Würfel- und andere Spiele gute Langeweilevertreiber.
Und wer sich auf seiner Tour hin und wieder ein paar Notizen in einem Reisetagebuch macht, konserviert viele schöne Erlebnisse und Eindrücke für die Enkel.
Sonstiges
Auf den Fotoapparat möchte bestimmt niemand verzichten. Filme zu Hause kaufen, die sind im Ausland fast immer teurer.
Ein
paar Tüten oder Taschen für Schmutzwäsche und um
die Übersicht im Rucksack nicht zu verlieren (denn wer "themenbezogene"
Taschen im Rucksack hat, findet seine Sachen leichter und schneller
wieder).
Außerdem sind spezielle Gurte hilfreich, um die Isomatte
oder den Schlafsack außen am Rucksack zu befestigen (auch
im Outdoor-Geschäft erhältlich).
Die Adressen der Daheimgebliebenen nicht vergessen, sonst kommen die Ansichtskarten nicht an.
Wichtig sind noch Nähzeug, Kugelschreiber und (Sonnen-) Brille.
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