Basisdaten
[Lage und Landesfläche] [Geographie] [Bevölkerung] [Lebensstandard] [Staatsform] [Hauptstadt und größte Städte] [Sprache(n)] [Religion] [Ortszeit] [Stromversorgung] [Klima und beste Reisezeit] [Umwelt und Wirtschaft]
Lage und Landesfläche
Norwegen liegt in Nordeuropa (mit den exterritorialen Inseln Spitzbergen und Jan Mayen). Die Entfernungen sind riesig: von Oslo bis zum Nordkap ist´s ungefähr genauso weit wie von Frankfurt nach Sizilien! Das norwegische Staatsgebiet erstreckt sich über knapp 324000 km² (Deutschland rund 357000 km²).
Geographie
Die norwegische Westküste liegt am Europäischen Nordmeer, die Nordküste am Eismeer und die Südküste am Skagerrak, der Norwegen von Dänemark trennt. Im Osten grenzt das Land an Schweden, im Norden an Finnland und im äußersten Nordosten an die Russische Föderation. Die 2700 km lange Fjordküste ist Norwegens »Markenzeichen«. Die Fjorde sind oft sehr tief, im Durchschnitt zwischen 80 und 100 km lang und von hohen Bergen gesäumt. Im Landesinneren beherrschen im Süden weitläufige Waldgebiete mit zahlreichen Flüssen, Seen und moorigen Hochflächen das Landschaftsbild; der Norden, am Polarkreis, ist eine schroffe Hochgebirgswelt.
Bevölkerung
Rund 4,4 Mio. Einwohner, was eine Bevölkerungsdichte von 13 pro km² bedeutet (Deutschland: 230 Einw./km² bei insges. 82 Mio.). Minderheiten sind die rund 20.000 Samen in Lappland und rund 46 % Russen auf Spitzbergen. Der Ausländeranteil ist vergleichsweise niedrig (landesweit ca. 8 %), auch in den Städten, wo ganze 75 % der Norweger wohnen.
Lebensstandard
Hoch (laut UN - Human Development Index der höchste der Welt) mit Recht auf Arbeit, Bildung, Wohnung, soziale Absicherung und medizinische Versorgung. Das Erdöl vor der norwegischen Nordseeküste macht´s möglich: Staatsverschuldung ist ein Fremdwort, und jeder Norweger erwirtschaftet inzwischen fast 26.000 US$ pro Kopf und Jahr! Dennoch werden die ausufernden Kosten des Sozialsystems seit einiger Zeit diskutiert.
Staatsform
Parlamentarische Monarchie (erst seit 1905 unabhängig) mit Zweikammerparlament. Staatsoberhaupt ist der norwegische König, seit 1991 Harald V. Regierungschef ist der Premierminister. Im Parlament sitzen 165 Abgeordnete.
Norwegen ist, genauso wie die reiche Schweiz, nicht Mitglied der EU: der Antrag Norwegens auf EU-Mitgliedschaft erfolgte zwar 1992, aber in einem Referendum stimmte die norwegische Bevölkerung 1994 jedoch mehrheitlich gegen einen Beitritt (aus Angst um die eigenen fetten Pfründe?).
Nationalfeiertag in Norwegen ist der 17. Mai (Verfassungstag).
Hauptstadt und größte Städte
Hauptstadt ist Oslo mit ca. 547.000 Einwohnern. Bergen (243.000 Einwohner), Trondheim (160.000) und Stavanger (115.000) heißen die übrigen norwegischen "Großstädte".
Sprache(n)
Amtssprache ist Norwegisch (mit den zwei einander sehr ähnlichen offiziellen Schriftsprachen Bokmål und Nynorsk). Im Norden Norwegens wird von den Samen auch Lappisch gesprochen. Viele Norweger sprechen Englisch, manche auch Deutsch.
Religion
Die Norweger sind mehrheitlich evangelisch-lutherisch; es gibt aber auch katholische und moslemische Minderheiten. Formal herrscht Religionsfreiheit; die evangelisch-lutherische Kirche ist aber – historisch bedingt - Staatskirche und wird aus dem Staatshaushalt finanziert.
Ortszeit
Mitteleuropäische Zeit (MEZ) mit der üblichen Sommerzeitregelung
Stromversorgung
Wie in Deutschland: 220 Volt Wechselstrom, 50 Hz.
Klima und beste Reisezeit
An Norwegens Westküste herrscht - dank kontinuierlich heizenden Golfstroms - ein relativ mildes Klima, im Landesinneren dagegen kontinentales Klima mit langen, kalten Wintern von Oktober bis April (Temperaturen bis - 40º C) und Sommertemperaturen um 20º C. Jedenfallst zur Zeit noch, aber alles wird sich ändern, ha! Beste Reisezeit sind die Monate Juni bis August. Die Mitternachtssonne kann man in Spitzbergen vom 20. April bis 21. August und am Nordkap vom 13. Mai bis 29. Juli erleben.
Umwelt und Wirtschaft
Die wichtigsten Säulen der norwegischen Wirtschaft sind das Nordsee-Ölgeschäft und der Tourismus, aber auch Fischfang und spielen noch eine bedeutende Rolle.
Die Verantwortung für eigene Umweltschäden schiebt man in Norwegen gerne aufs Ausland: der saure Regen kommt aus den Industriezentren in Großbritannien und Rußland, die Strahlenbelastung in Lappland und der Barentsee aus Tschernobyl, von altersschwachen russischen Atom-U-Booten und in der See versenktem Atommüll. Leider tun sich die Norweger als notorische Walfänger hervor, d.h. sie legen ihre Quoten eigenmächtig fest. Außerdem führt intensiver Medikamenteneinsatz auf Lachsfarmen zunehmend zu einer Belastung der Fjordgewässer.
Der hohe Lebensstandard mit einhergehendem hohen Energieverbrauch (überwiegend aus Wasserkraft), munterem Konsum und verbreiteter Automobilität führen natürlich zu einem hohen Ressourcenverbrauch und CO²-Ausstoß, was global nur deshalb nicht in Gewicht fällt, weil es nur gut 4 ½ Mio. Norweger gibt. Die Räume aller Häuser sind stets taghell erleuchtet; Lichtausknipsen gibt´s scheints nur beim Schlafengehen. Die Norweger halten sich mehrheitlich freilich für ausgesprochen umweltbewußt und naturverbunden.
Nun besteht unsererseits ja keine Verpflichtung, die Illusionen, die andere Völker über sich hegen, zu teilen, oder?
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