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Unter freiem Himmel

Kein Ort, an dem InterRailer nicht schon übernachtet hätten: ob direkt am Bahnhof oder in leerstehenden Häusern, im Stadtpark, am Strand oder im Kornfeld. Mit Abstand die beste Möglichkeit, um die Gesamtkosten der Reise so gering wie möglich zu halten, aber auch die unkomfortabelste und mitunter gefährlichste.
Auf Campingplatz, Jugendherberge oder Hostel zu verzichten, ist unserer Ansicht nach nur in kleinen Ortschaften und/oder in einer Gruppe empfehlenswert.

Sicherheitshinweis: Wertsachen am Körper tragen (wie immer), Rucksäcke als Kopfkissen benutzen und gegebenenfalls zusammenbinden. Und wenn gar nichts anderes mehr hilft: Nachtwache schieben, wie in der guten alten Pfadfinderzeit.

Wir stellen ein paar Übernachtungsmöglichkeiten "unter freiem Himmel" vor (auch wenn bei den ersten beiden ein Dach über dem Kopf inklusive ist), angefangen mit der schlechtesten Wahl unser Meinung nach.


Bahnhof

Eine im wahrsten Sinne des Wortes "zugige" Angelegenheit; und dann muß man noch froh sein, wenn man vom Bahnhofspersonal nach Mitternacht nicht energisch vertrieben wird. Übrigens: wer glaubt, nach dem letzten Personenzug seine Ruhe zu finden, wird meist bitter enttäuscht. Nachts nutzen schwere Güterzüge die freien Streckenkapazitäten, so daß man tüchtig durchgerüttelt wird.
Problematisch auch in Hinblick auf die Sicherheit, denn schließlich sind Bahnhofsanlagen traditionell die Anlaufspunkte der Kleinkriminellen und Obdachlosen.

Fazit: Der Bahnhof ist mit Abstand die schlechteste Wahl bei der Schlafplatzsuche. Sie sollte nur in Ausnahmefällen in Erwägung gezogen werden und am besten nur in kleinen Städten.

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Leerstehendes Haus

Ob nun Bauruine oder Rohbau, auch hier besteht die Möglichkeit, daß man während der Nacht nicht der einzige Gast bleibt. Auch wenn einige Gebäude eine passable Unterkunftsmöglichkeit für eine Nacht bieten, andere können einsturzgefährdet sein oder unliebsame Mitbewohner aus der Tierwelt beherbergen.
Obendrein zieht man wohlmöglich den Ärger der Nachbarn oder der Polizei auf sich, daher vergeben wir hier nur den vorletzten Platz in unserer inoffiziellen Übernachtungs-Hitliste.

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Stadtpark

In Kleinstädten schon die bessere Idee, auch wenn man zu jeder Nachtzeit damit rechnen muß, zum Gehen aufgefordert zu werden. Daher uneinsehbare Stellen bevorzugen und das Nachtquartier nicht direkt am Wegesrand aufschlagen. Wer hier anfängt, neben Schlafsack und Isomatte, das Zelt aus dem Rucksack zu holen, sollte mit wenig Entgegenkommen im Entdeckungsfall rechnen und ist bei spontanen Standortänderungen aufgeschmissen.

In Großstädten ist dieses Vorhaben mit mehr Risiko verbunden, denn ob es nun der Polizist, dein Freund und Helfer mit wenig Verständnis fürs "wilde" Campieren, oder der Langfinger ist, die Gegenwart Beider verspricht keine angenehme Nachtruhe.

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Strand

Jetzt sind wir auch schon bei den Highlight einer InterRail-Tour, dem Schlaf unterm Sternenhimmel mit Meeresrauschen im Hintergrund und Abendwind im Haar. Wenn, ja wenn da nicht die Gesetzeslage wäre, die dieses Vergnügen in einigen Ländern Europas als "wildes" Campen abtut und verbietet.
Viele halten sich nicht daran und es kommt wohl auch immer auf die Laune des eventuell aufkreuzenden Beamten an, ob er seines Amtes waltet oder ein Auge zudrückt.
Wir möchten dennoch darauf hinweisen, daß man sich über die Bestimmungen im Reiseland vorab informieren sollte, da mitunter hohe Strafen fällig werden.

Ein guter Schlafplatz am Strand sollte nicht in unmittelbarer Umgebung eines Vergnügungsviertels oder eines Campingplatzes sein, da man sonst mal wieder mit ungebetenem nächtlichem Besuch rechnen muß. Dieses mal allerdings von feiernden Urlaubsgruppen, im schlimmsten Fall mit einem Ghettoblaster im Schlepptau (gilt selbstverständlich nicht, wenn man selber auf der Suche nach einer Party ist).
Kilometerweit entfernt von der nächsten Ortschaft wird man zwar die ganze Nacht unbehelligt bleiben, ist in einem Notfall aber auch auf sich alleine gestellt.

Für Großstädte gilt mal wieder: hier ist der Strand keine gute Wahl, das Auftreten störender Personen ist nahezu vorprogrammiert.

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Wald und Wiese

Während sich wohl niemand in den nächtlichen Wald traut, sind uneinsehbare Wiesenflächen außerhalb von Ortschaften eine gute Wahl. Campieren ist möglicherweise aber auch hier verboten (je nach Reiseland).
Wer länger bleiben möchte oder das Zelt aufbauen will, sollte versuchen, mit dem Besitzer Kontakt aufzunehmen. Gibt dieser seinen Segen, hat man gegenüber Räumungsgesuchen seitens der Polizei etwas in der Hand. Über Risiken des "Wildcampens" wurde schon alles gesagt, erhöhte Aufmerksamkeit sollte selbstverständlich auch hier an den Tag (oder besser gesagt: in die Nacht) gelegt werden.

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