Nachtzug
Im Prinzip keine schlechte Idee, um große Entfernungen zu überbrücken und um die Kosten für die Übernachtung einzusparen. Klappt aber nur, wenn Abfahrts- und Zielbahnhof so weit auseinander liegen, daß die individuelle Minimalanforderung an die Schlafzeit befriedigt werden kann. Außerdem bekommt man nichts von der Landschaft mit und muß (v.a. im Hochsommer) mit vollen Zügen rechnen.
Nachtzüge verkehren zwischen allen europäischen Metropolen. Auch mittlere und kleinere Städte werden bedient, doch dann meistens mitten in der Nacht. An dieser Stelle sei mal wieder auf das gute alte Kursbuch der Deutschen Bahn verwiesen, wo die Nachtzüge vor allem bei den internationalen Verbindungen (am Anfang des Schinkens) gefunden werden können, für größere Länder aber auch in den nationalen Fahrplänen.
Vorsicht: die Benutzung einiger
Nachtzüge kann mit hohen Zusatzkosten für den Zuschlag
verbunden sein (z.B. TrenHotel in Spanien, aber auch einige EuroNights).
Vor Abfahrt am Bahnhof informieren und nach alternativen Verbindungen
suchen.
Übernachten im Zug: zwei Arten lassen sich unterscheiden ...
Auf die harte Tour:
Seit
es InterRail gibt, läuft der Wettbewerb um die erträglichste
Schlafposition im Abteil, im Gang oder auf dem Kunstledersitz
des Großraumwagens. Glücklich schätzen darf man
sich, wenn man mit zwei Personen ein ganzes Abteil sein Eigen
nennen kann.
Nur leider sind die Abteilwagen immer seltener auf Europas Schienen
zu finden. Und wer schon mal in einem spanischen "Compartimento"
übernachtet hat weiß, daß auch dieses "Glück"
nicht immer hält was es verspricht: denn dort lassen die
Schalensitze kein angenehmes Liegen zu.
Außerdem muß man heutzutage in den meisten Nachtzügen über eine Sitzplatzreservierung verfügen (am besten schon ein bis zwei Tage vor Abfahrt informieren), die die Suche nach dem besten Schlafplatz kaum noch zuläßt.
Tips: Beim Einsteigen sollte man sich vergewissern, daß man im richtigen Wagen sitzt. Viele Nachtzüge führen Kurswagen, die sich in ihrem Ankunftsort am nächsten Morgen unterscheiden. Möglichst nie einen Schlafplatz in der Mitte des Zuges wählen, da dort die meisten Passagiere zusteigen und der Durchgangsverkehr am größten ist.
Achtung: Zuletzt sollte auch noch
darauf hingewiesen werden, daß Nachtzüge in einigen
Ländern beliebte Arbeitsorte von Langfingern sind. Also sollte
man Wertsachen wie immer am Körper tragen, Handgepäck
als Kopfkissen benutzen und den Rucksack nie in den Ablagefächern
bei den Wagentüren zurücklassen.
Die noble Art:
Wer sich verwöhnen will, wählt den Liegewagen. Während die anderen noch um die besten Sitzplätze kämpfen, bezieht man schon sein Nachtlager mit frischen Laken (wenn auch nur aus Kunststoff - wie zumindest bei der ital. Bahn). Die Sitz-, Pardon, die "Liegeordnung" ist dank der Reservierung geregelt, so daß gar kein Streß aufkommen muß. Bevor der Schlafwagenschaffner das Licht ausmacht, sammelt er die Tickets ein. Keine Angst: das ist nur für den Weckdienst, der ist hier serienmäßig.
In einigen Ländern (Frankreich, Spanien, Marokko und Italien) ist dieser Luxus durchaus erschwinglich. So zahlt man im Vierer- oder Sechserabteil zweiter Klasse zwischen 8 und 15 Euro Zuschlag, in Ost- und Südosteuropa sogar erheblich weniger.
Übrigens: Auch ohne vorherige Reservierung kann man den Schaffner immer auf eine Schlafgelegenheit im Liegewagen ansprechen. Vielleicht hat man Glück und er ist nicht ausgebucht.
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